Haus & Wohnen

19.11.20

Bodenheizung – ab in die Wand

Wandheizungen funktionieren gleich wie Bodenheizungen, verströmen aber viel angenehmere Wärme.
iStock
Wandheizungen werden grundsätzlich als angenehmer empfunden, weil sie die Wärme ungefähr in Hüfthöhe abstrahlen, wo alle lebenswichtigen Organe sind. Darum mögen wir es so, uns an einen warmen Ofen oder an eine warme Wand anzulehnen.

Die Frage der Wärmeverteilung stellt sich bei 90 Prozent aller Gebäude heute nicht mehr. Die Antwort heisst: Boden­heizung. Doch es gibt bessere Lösungen. Da sich beim Menschen alle Organe und deren Wärme­bedarf oberhalb der Hüfte befinden, laufen wir im Winter zwar unten oft nur mit Jeans bekleidet herum, oben aber mit mehreren Schichten aus Leibchen, Hemd, Pullover und Jacke. Den boden­beheizten Neubau finden wir deshalb bei 20 Grad fröstelig und das kachelofen­warme Bauern­haus bei 18 Grad T-Shirt-mässig kuschel­warm. Denn die Boden­heizung heizt am falschen Ort: da, wo wir die Wärme weniger spüren und weniger brauchen. Dagegen heizt die Strahlung­swärme der Kachel­öfen, aber auch die vieler Radia­toren da, wo wir es am liebsten mögen: an der oberen Körperhälfte.

Dem trägt die Wand­heizung Rechnung. Statt im Boden sind die Heiz­elemente in der Wand auf der idealen Höhe, gut eingepackt in fünf Zentimeter dicke Lehm­platten einge­lassen. Der Lehm speichert die Wärme und strahlt sie genau auf jener Höhe in den Raum, auf der wir sie als am ange­nehmsten empfinden. Der Effekt ist wie der eines unsicht­baren, platt­gewalzten Kachel­ofens, der übers ganze Haus verteilt ist. In jedem Raum gibt es mindestens eine warme Wand, um sich daran anzulehnen.

Das System der Wandheizungen eignet sich nicht nur für Neu­bauten. Es ist ideal, wenn in Um­bauten Radiatoren ver­schwinden sollen oder Fenster­brüstungen heraus­gebrochen werden. Wand­heiz­elemente sind aber auch eine kosten­günstige Alternative zur Sanierung einer Boden­heizung. Vielleicht sollte man sich doch wieder fragen, welche Wärme denn die angenehmste ist.


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