Wissen

20.11.19

Ein Turm auf dem Julier

Der Turm an einem Ort mit Geschichte und Kultur, lädt ein zum Ver­weilen, Pau­sieren und Nach­denken.
Bowie Verschuuren

Er sieht aus wie eine Fes­tung und ist doch eine filigrane Holz­kon­struktion für Theater- und Kultur­anlässe. Reisende ins Engadin können auch einfach kurz hinein­schauen, vielleicht gibt’s einen Tee. Der Julier war schon immer mehr als nur Pass. Er war Basis und Boll­werk der Römer, die auf dem nahe gelegenen Septimer­pass ihr höchst­gelegenes Heer­lager unter­hielten. Er ist Trenn­strich und Verbindung­slinie für Militär und Kultur. Und hier ritzte laut C. F. Meyer Lucrezia von Planta ihrem Geliebten, dem Bündner Staats­mann Jürg Jenatsch, eine Warnung in die Römer­säulen: «Giorgio, guardati!» – Sieh dich vor, Jürg! Später ermordete der Gewarnte den Vater der Geliebten. Der Turm auf dem Julier steht noch bis nächstes Jahr – dann wird das spektakuläre Provisorium demontiert.

 


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