Nachhaltigkeit , Wissen

01.04.17

Klimaschutz dank Grünabfällen

Durch das Vergären organischer Abfall­stoffe – zum Beispiel Grüngut, ­Küchen­­abfälle oder Klär­schlamm – lässt sich Biogas gewinnen. Es ist CO2-neutral und damit klima­schonender als Erdgas. Nach einem Aufbereitungs­­prozess wird es ins bestehende Erdgas­­netz eingespeist oder in Gas­motoren direkt zur Strom­erzeugung genutzt.

Biogas ist CO₂-neutral
Erdgas ist ein fossiler Energie­träger und besteht aus Methan. Biogas ist ebenfalls Methan, wird aber aus Biomasse hergestellt, die durch Mikro­organismen vergoren wird. Biogas ist deshalb CO2-neutral, das heisst, dass bei der Verbrennung von Biogas nur so viel CO2 freigesetzt wird, wie zuvor bei der Bildung der Biomasse durch Fotosynthese der Atmosphäre entzogen wurde.

 

Regionale Stoffkreisläufe
In der Schweiz werden keine Energie­pflanzen zur Biogas­herstellung verwendet, sondern Abfall­biomasse:

  • Kommunale Bioabfälle: Rüstabfälle aus der Küche,
  • Speise­reste aus der Gastronomie, Klärschlamm, Grüngut
  • Industrielle Bioabfälle: Bioabfälle aus der Lebensmittel­industrie, Mühlestaub, Brauerei­abfälle
  • Landwirt­schaftliche Abfälle: Jauche, Mist, Ernte­rückstände

 

Am Anfang steht der Abfall: In der Schweiz wird zur Gewinnung von Biogas nur Biomasse verwertet, nicht angebaut.
Die Sammlung und den Transport übernehmen private oder öffentliche Anbieter.
Ebenso die Vergärung der Biomasse und die Aufbereitung zu Biomethan. Die grösste Biogasanlage der Schweiz verwertet über 25'000 Tonnen Abfall pro Jahr.

 

Vergärung und Aufbereitung
Bei der Vergärung von Biomasse entsteht Biogas mit einem Methangehalt von etwa 60 Prozent. Der Rest sind Stoff­wechsel­produkte aus dem Umbau­prozess, vor allem Kohlendioxid (CO2) und Staub. Ein Aufbereitungsprozess erhöht den Methangehalt auf mindestens 96 Prozent und entfernt Fremdstoffe. Das Resultat nennt man fachsprachlich Biomethan, umgangs­sprachlich weiterhin Biogas. Es gibt verschiedene Aufbereitungs­verfahren.

 

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Strom, Wärme und Dünger
Das gereinigte Biogas lässt sich in das bestehende Erdgasnetz einspeisen und so nutzen, entweder als Brennstoff in Heizungen und Gasherden oder als Treibstoff in Erdgas­fahrzeugen. Das Biogas kann aber auch in Blockheiz­kraftwerken verbrannt werden. So lässt sich Strom gewinnen, der ins Netz eingespeist wird, sowie Wärme zum Heizen. Das nach der Biogasgewinnung verbleibende Gärgut kann als flüssiger oder fester Naturdünger verkauft oder zu Kompost veredelt werden.

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