Nachhaltigkeit , Wissen

10.03.22

So nutzt die Schweiz Wind und Sonne

Ein Blick auf die aktuell in der Schweiz installierten Wind- und Solarstromanlagen zeigt: Wind und Sonne werden nicht in allen Kantonen gleich gut genutzt. Die Unterschiede sind gross.
Geoimpact / iStock
Sowohl die Solar- als auch die Windkraft sind in der Schweiz noch stark ausbaufähig.

Die installierte Leistung alternativer Stromerzeugungsanlagen variiert in den einzelnen Kantonen stark – nicht nur bei der Solar-, sondern auch bei der Windenergie. Teilweise sind diese Unterschiede auf topografische und meteorologische Gegebenheiten zurückzuführen. So gibt es Gebiete, wo eine Windkraftanlage aufgrund fehlenden Winds keinen Sinn ergeben würde. Genauso unsinnig wäre die Installation einer Solaranlage in einem Schattenloch – davon gibt es sogar im sonnigen Tessin einige.

Doch durch die Topografie und die Meteorologie alleine lassen sich die Unterschiede nicht erklären. Einfluss haben könnten auch die politische Konstellation in den jeweiligen Kantonen, die Bevölkerungszahl, die Grösse eines Kantons, seine Wirtschaftskraft oder das Ausmass von Fördergeldern.

Das Tessin, die Sonnenstube der Schweiz, eignet sich hervorragend für Photovoltaikanlagen, insbesondere weil diese hier in Kombination mit Wärmepumpen die noch weitverbreiteten stromfressenden Elektrospeicherheizungen ersetzen könnten. Die durchschnittlich 2170 Sonnenstunden pro Jahr sorgen – vor allem im südlichen Kantonsteil – für ein nahezu mediterranes Klima. Bei so guten klimatischen Bedingungen wäre zu erwarten, dass im Tessin besonders viele Solaranlagen anzutreffen sind. Doch weit gefehlt. Aktuell (2022) hat der Kanton Bern am meisten Photovoltaikleistung installiert (vgl. Karte).

 

Grosses Ausbaupotenzial
Im Jahr 2020 machte der in der Schweiz erzeugte Solarstrom 4,0 Prozent der gesamten Nettostromerzeugung aus, der Windstrom 0,22 Prozent. Das ausschöpfbare Solarstrompotenzial auf Schweizer Gebäuden (Dächer und Fassaden) liegt gemäss einer Studie des Bundesamts für Energie von 2019 bei jährlich 67 Milliarden Kilowattstunden. Dies entspricht 110 Prozent des Stromverbrauchs der Schweiz. Photovoltaikanlagen in der freien Natur sind darin nicht enthalten. Das Ausbaupotenzial bei der Photovoltaik ist also enorm. Auch bei der Windkraft kann noch viel zugebaut werden. Dies legt ein Vergleich mit Österreich nahe, das über ähnliche Windverhältnisse verfügt wie die Schweiz. Dort beträgt der Windkraftanteil 10 Prozent.

 

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Solar- und Windstromerzeugung im Vergleich: So nutzen die Schweizer Kantone Sonne und Wind.


Datenquellen: Bundesamt für Energie, Bundesamt für Landestopografie
Datenaufbereitung: Die Aufbereitung der Daten wurde vom Team der geoimpact AG auf der Plattform Swiss Energy Planning (SEP) durchgeführt. Das Unternehmen geoimpact AG entwickelt und betreibt die Plattform SEP – eine schweizweite Plattform mit der umfangreichsten Datenbank für Gebäude und Energie.

 

Plattform SEP


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