Nachhaltigkeit

25.01.18

Weisse Freude mit weisser Weste

Pistenraupen, Schneekanonen, Blechlawinen – muss bei Winterferien die persönliche Energiebilanz leiden? Sie muss nicht, wenn Sie unsere sieben Tipps beherzigen.
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Auf dem Boden bleiben: Spass im Winter geht auch auf einfache Art. Die Energiebilanz freuts.
Warum in die Ferne schweifen?

Der Finger wandert über die Karte – wohin in die Winterferien? Wer Energie sparen will, bleibt auf jeden Fall in der Schweiz. Eine Studie des WWF hat die Klimabilanz verschiedener Ferienszenarios untersucht. Das Resultat ist eindeutig: Die Reise ins Ausland, noch dazu per Flugzeug, verursacht bis zu 30-mal mehr CO2 als die Familienferien in den Schweizer Bergen. Grund ist der Energieverbrauch des Flugzeugs.

 

Auf das Reisemittel kommt es an

Besonders viel Energie verbraucht die Reise in die Winterferien. Am besten schneidet häufig der öffentliche Verkehr ab – nicht nur punkto Energie, sondern auch, was Reisezeit und Kosten betrifft. Mit dem Vergleichsrechner von Mobitool lassen sich Verkehrsmittel für den Weg ins weisse Paradies vergleichen. Der VCS zeigt mit Ride&Glide, wie man mit Bahn und Bus ins Skigebiet kommt. Wer lieber mit dem Auto reist, tut dies besser mit mehreren Passagieren statt alleine.

 

Ferien, aber richtig

Schnell übers Wochenende in die Berge – das klingt verlockend. Noch besser ist es aber, die ganze Woche Winterferien zu machen. So sinkt der Anteil, den die Anreise am Gesamtenergieverbrauch trägt, und jeder Schneetag wird energieeffizienter. Wer nur für ein Wochenende Zeit hat, dem winkt nebenan der Schlittelhügel. Denn auch im Winter gilt: Am wenigsten Energie verbraucht, wer zu Hause bleibt.

 

Der Unterkunfts-Check

Auch die Unterkunft entscheidet über die Energiebilanz. In der Datenbank von hotelleriesuisse lässt sich nach Hotels suchen, die sich auf «sustainable living» spezialisiert haben – auf nachhaltige Ferien also, Energieeffizienz inbegriffen. Eine ähnliche Übersicht bietet das Schweizer Label «ibex fairstay».

 

Das Skigebiet unter der Lupe

Nur Bügellifte, keine Schneekanonen – von allen Skigebieten brauchen die kleinsten am wenigsten Energie pro Kopf. Doch die Topdestinationen ziehen mit energieeffizienten Transport- und Beschneiungsanlagen nach. Eine Vorreiterrolle nehmen Laax (s. Kasten) und Arosa-Lenzerheide ein. Beide Destinationen haben sich der weltweiten Kampagne «I Am Pro Snow» angeschlossen und beziehen komplett erneuerbaren Strom.

 

«Greenstyle» in der Weissen Arena
Es ist eine grosse Ankündigung, welche die Bergbahnen von Flims, Laax und Falera gemacht haben. Unter dem Slogan «Greenstyle» will sich die Bündner Destination als erste auf der Welt komplett selbst mit Energie versorgen. Bereits heute bezieht die Weisse Arena CO2-neutralen Strom. Ein grosser Teil davon stammt aus Photovoltaikanlagen im Skigebiet. Ein geplanter Windpark auf dem Vorabgletscher soll zudem dereinst mehr Energie liefern, als alle Haushalte der Region benötigen.
 
Die kleinen Schätze

Auch viele kleinere Wintersportanbieter nehmen das Thema «Energie» ernst. Wie wäre es mit dem ersten und einzigen solarbetriebenen Skilift der Schweiz im bündnerischen Tenna? Ebenfalls mit 100 Prozent Solarstrom fährt eine Gondelbahn auf die Alp Gamplüt im Toggenburg. Komplett ohne Strom kommt der «Skilift» im Hof Zuort im Engadin aus: Dort ziehen Pferde Schlittler und Skifahrer den Hang hinauf.

 

Nicht alles fährt Ski

Winterferien sind nicht gleich Skiferien. Vor allem bezüglich Energieeffizienz gibt es Alternativen. Schneeschuhlaufen, Winterwandern oder ein Besuch auf der Natureisbahn benötigen weniger Infrastruktur als der energieintensive Skizirkus. Das gilt auch für Langlaufen oder Schlitteln, vor allem wenn keine Bergbahn gebraucht wird. Doch nicht jede Aktivität ist sparsamer als Skifahren. Ein Besuch im Hallenbad verbraucht fast doppelt so viel Energie wie ein Skitag, wie eine Studie von Seilbahnen Schweiz zeigt.

 


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