Das neue Jahr macht Wind
Das Jahr der Windenergie: Das Bundesgericht hat laut dem Verband Suisse Eole die Baubewilligungen für die Windparks Montagne de Buttes und Quatre Bornes im Kanton Neuenburg abgesegnet.
Das Jahr der Windenergie: Das Bundesgericht hat laut dem Verband Suisse Eole die Baubewilligungen für die Windparks Montagne de Buttes und Quatre Bornes im Kanton Neuenburg abgesegnet.
Durch die Entscheide des Bundesgerichts kann laut Mitteilung des Verbands die Windstromproduktion der Schweiz auf einen Schlag verdoppelt werden. Der Zuwachs beträgt 122 Millionen kWh.
«Was für ein ermutigender Jahresbeginn für die Schweizer Windenergie!», freut sich Lionel Perret, Geschäftsleiter von Suisse Eole. «Der Beschleunigungserlass kann am 1. April in Kraft treten, da es kein Referendum gab. Zudem hat das Bundesgericht grünes Licht gegeben für die Baubewilligungen der Windparks Montagne de Buttes und Quatre Bornes im Kanton Neuenburg. Dadurch kann die derzeitige Produktion von Windstrom in der Schweiz fast verdoppelt werden!»
Der Entscheid hat für die Branche eine grosse Bedeutung hinsichtlich der Rechtssicherheit: In ihm werden nach Einschätzung von Perret die Anforderungen für die Bewilligung von Windparks in der Schweiz dauerhaft geklärt. Der Entscheid bestätige, dass ein Projekt auf der Basis von genau festgelegten technischen Merkmalen genehmigt werden kann, ohne dass ein bestimmtes Anlagemodell vorzeitig gewählt werden muss.
«Es ist eine ausgeglichene Interessenabwägung, um eine lokale und erneuerbare Energieerzeugung im Winter zu ermöglichen», erklärt Léonie Berset, Co-Direktorin von Verrivent SA, Projektträgerin des Windparks Montagne de Buttes. Im August 2024 hatte Verrivent beim Bundesgericht Beschwerde gegen den Entscheid des kantonalen Verwaltungsgerichts erhoben, das die Baubewilligung für ungültig erklärt hatte, da der genaue Turbinentyp noch nicht festgelegt war.
Verrivent war der Ansicht, dass es kontraproduktiv sei, wenn die Modelle der Windenergieanlagen 10 bis 15 Jahre vor Erteilung der Baubewilligung ausgewählt werden müssen. Diese frühzeitige Entscheidung für ein Modell verhindere, dass technologische Neuerungen genutzt werden könnten.
Der Windpark Montagne de Buttes, für den bereits 2008 erste Studien erstellt wurden, wird neunzehn Windkraftanlagen umfassen, die auf dem gleichnamigen Berg im Val-de-Travers errichtet werden. Er wird der grösste Windpark der Schweiz sein. Seine Jahresproduktion von 100 Millionen kWh wird deutlich über dem Stromverbrauch der Gemeinde liegen und fast 10 % des Stromverbrauchs des Kantons Neuenburg ausmachen. Derzeit gibt es in der Schweiz 50 Windkraftanlagen.
Nach zwei Jahrzehnten erreicht auch das Windenergieprojekt Les Quatre Bornes einen historischen Meilenstein, das berichtete Groupe E am 6. Januar: Das Bundesgericht validierte das Projekt der Gesellschaft La Joux-du-Plâne – L'Échelette und Groupe E Greenwatt SA. Der Windpark umfasst drei Windenergieanlagen, die jährlich rund 22 Millionen kWh produzieren, was rein rechnerisch dem privaten Verbrauch von 20 000 Menschen entspricht.
«Da es kein Referendum gegen den Beschleunigungserlass gab und das Gesetz daher am 1. April 2026 in Kraft treten wird, kann das vom Bundesrat festgelegte Ziel von 2,3 Milliarden Kilowattstunden Windenergie bis 2030 erreicht werden», stellt Lionel Perret fest. Der Beschleunigungserlass bündelt die Planungs- und Bewilligungsverfahren auf kantonaler Ebene und überträgt die Planungs- und Bewilligungsbefugnisse an den Kanton.