Studie zeigt: Neues AKW würde Tausende Arbeitsplätze in der Schweiz gefährden
Eine neue Studie der ZHAW zeigt: Käme es zu einem AKW-Neubau, wären in der Schweiz bis zu 16'000 Arbeitsplätze in Bau- und Erneuerbaren-Branchen gefährdet.
Eine neue Studie der ZHAW zeigt: Käme es zu einem AKW-Neubau, wären in der Schweiz bis zu 16'000 Arbeitsplätze in Bau- und Erneuerbaren-Branchen gefährdet.
Würde das Bauverbot für neue Atomkraftwerke aufgehoben, hätte das laut einer neuen Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) spürbare Folgen für die Beschäftigung im Schweizer Bau- und Erneuerbaren-Sektor.
Bereits die Aufhebung des Bauverbots – noch ohne konkretes Projekt – würde laut der Studie in den kommenden fünf Jahren zwischen 5800 und 9500 Arbeitsplätze gefährden, über zehn Jahre gerechnet bis zu 10'600. Kommt es tatsächlich zur Planung und zum Bau eines AKW, wären im gleichen Zeitraum zwischen 10'000 und 16'000 Stellen betroffen.
Die durch Bau und Betrieb eines neuen Kernkraftwerks neu entstehenden Jobs könnten diese Verluste laut der Studie nicht annähernd auffangen. Da Technologie und Know-how im Nuklearbereich grösstenteils importiert werden müssten, bliebe der Anteil der in der Schweiz erzielten Wertschöpfung gering – ein Grossteil der Aufträge würde ins Ausland abfliessen.
Am stärksten träfe es die Solarbranche sowie Unternehmen für Haustechnik, Installationen und energetische Gebäudesanierungen – ein Sektor, der aktuell rund 6200 Arbeitsplätze umfasst. Laut der Studie erwirtschaften Solarenergie-Unternehmen derzeit jährlich rund 1,4 Milliarden Franken inländische Wertschöpfung. Im Referenzszenario mit fortbestehendem AKW-Neubauverbot würden bis 2035 rund 20'700 Vollzeitstellen in der Solarbranche entstehen. Käme es zu einem AKW-Bau, wären es 2035 nur noch rund 7400 – ein Rückgang um 64 Prozent.
Im Gegensatz zur Atomenergie stützen sich Solar- und Sanierungsbranche auf eine weitgehend lokal verankerte Wertschöpfungskette und schaffen Arbeitsplätze in KMU über alle Landesregionen hinweg.
«Die Studie der ZHAW zeigt, dass weitere Investitionen in Solarenergie, Energieeffizienz und Gebäudesanierungen nicht nur der wichtigste Hebel zur Erreichung der Klimaziele sind, sondern auch ein starker Motor für mehr Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Schweiz», sagt Nils Epprecht, Geschäftsleiter der Schweizerischen Energiestiftung, die die Studie in Auftrag gegeben hat.
Die Studie «Technologieoffenheit und Arbeitsplätze» von Müller, Perot, Stalder und Rohrer (ZHAW, 2026) ist bei der Digital Collection der ZHAW abrufbar (). Bereits eine frühere Politikfolgen-Abschätzung der Energiestiftung vom November 2025 hatte gezeigt, dass die Planung neuer AKW den Ausbau von Photovoltaik und Windkraft in der Schweiz bremsen dürfte.