Vorzeigebeispiele der Windbranche
An ihrer jährlichen Windenergietagung stellte die Branche zahlreiche Beispiele für gelungene Windprojekte vor. Sie will ab 2035 jährlich 5 TWh Windstrom im Winter produzieren.
An ihrer jährlichen Windenergietagung stellte die Branche zahlreiche Beispiele für gelungene Windprojekte vor. Sie will ab 2035 jährlich 5 TWh Windstrom im Winter produzieren.
Rund 200 Personen nahmen am Branchenanlass des Verbands Suisse Eole teil. Sie zeigten sich optimistisch für die Zukunft.
«Die Technologie ist erprobt und die Branche ist bereit, ab 2035 jährlich 5 TWh Windstrom im Winter zu produzieren», erklärte Lionel Perret (grosses Bild) an der Nationalen Windenergietagung in Bern.
Nadine Brauchli, VSE-Bereichsleiterin Energie, führte aus: «Unsere Studie Energiezukunft 2050 zeigt deutlich: Ohne Windkraft wird die Versorgungssicherheit in der Schweiz im Winter herausfordernder und klar teurer.» Es brauche nebst zusätzlicher Wasserkraft und Photovoltaik auch einen ambitionierten Ausbau der Windkraft. Dies helfe, den Bedarf an zusätzlicher Produktion zu decken. Sie fügte hinzu, dass unsere Nachbarländer bereits zeigten, dass es funktioniere.
Der Aktionsplan 2035 von Suisse Eole zeigt an den Beispielen der Berner Gemeinde Eriswil, der Neuenburger Gemeinde Val-de-Ruz sowie der Stadt Lausanne, dass sie dank Ausbau der Windenergie ihren Strombedarf substanziell selbst decken können.
«Die Gemeinde Eriswil, mit rund 1300 Einwohnerinnen und Einwohnern, ist bereits mit einem einzigen Windrad in der Lage, deutlich über 100% ihres gesamten Strombedarfs zu decken. Auch die Gemeinde Val-de-Ruz, mit einer Bevölkerung von 17'000 Menschen, kann ihren gesamten Strombedarf mit 12 Windrädern zu über 100% selber herstellen. Selbst die Stadt Lausanne kann mit 8 Windrädern den Stromverbrauch ihrer rund 140'000 Einwohnenden zu 35% decken», führte Lionel Perret aus. «Diese Vorzeigebeispiele zeigen: Wenn alle Gemeinden ihre Hausaufgaben machen, erreichen wir bis 2035 jährlich 5 TWh Winter-Windstrom!»
Absoluter Rekord: Gleich vier Windparks im Bau wurden an der Tagung vorgestellt: das Repowering mit Erweiterung des Windparks Gütsch, der Windpark Windenergie Uri, der Park Sur Grati und der Windpark Tramelan. «Ein gutes Omen für die Branche, aber auch für die Versorgungssicherheit der Schweiz», freute sich Lionel Perret. «Allein die zehn vorgestellten Windparks, die im Bau oder kurz davor sind, könnten die aktuelle Windstromproduktion in der Schweiz fast verdreifachen!»
Eine vom VSE in Auftrag gegebene gfs.bern-Umfrage bestätigt: Die Förderung erneuerbarer Energien ist für die Bevölkerung das zentrale Element einer glaubwürdigen Energiepolitik. Sowohl Nadine Brauchli wie auch Lionel Perret sind sich einig: Diese Politik gelte es konsequent und verantwortungsvoll zu verfolgen. «Die Umfrage zeigt übrigens auch, dass sogar 59% der Befragten nichts dagegen hätten, von ihrem Balkon aus ein Windrad zu sehen», freut sich Lionel Perret.
Wieland Hintz, Verantwortlicher Solarenergie beim BFE, fügt an: «Im Sommer scheint die Sonne, im Winter weht der Wind. Wir tun gut daran, den richtigen Mix aus Photovoltaik und Windenergie anzustreben. Für eine sichere Winterstromversorgung ist der konsequente Ausbau der Windenergie nicht nice to have sondern geradezu unverzichtbar!»
Rainer Raab von der TB Raab GmbH stellte den gespannten Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Nationalen Windenergietagung zum Schluss der Tagung die europäische Studie zur Mortalität von Rotmilanen vor. Fazit: Die Gefahr von Windrädern für die Vögel ist geringer als von vielen erwartet.
Gesprächsthemen gab es in der Pause und am anschliessenden Apéro reichlich. Etwa den Lernpfad zum Windpark Mollendruz, den Geneviève Bubel, Kommunikationsverantwortliche der Energie naturelle Mollendruz SA, und Roger Dupertuis, Verwaltungsratspräsident dieses Unternehmens, der gleichzeitig Gemeindepräsident von La Praz ist, vorstellten. Oder die 13 ProWind Vereine, die Cyprien Louis von ProWind Bern präsentierte.