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Blick auf das Bohrloch.
@geo energie Suisse
Geothermie

AEW investiert in Tiefengeothermie im Kanton Jura

Die AEW Energie AG steigt als weitere Aktionärin bei der Geo-Energie Jura SA ein und stärkt das Tiefengeothermie-Pilotprojekt im jurassischen Haute-Sorne.

Die klimaneutrale Technologie ist ein Pfeiler der Energiestrategie 2050+ und soll künftig schweizweit Strom und Wärme liefern. Derweil vielleicht sogar im AEW-Gebiet. 

Tiefengeothermie im Kanton Jura wird neu von einem Quartett vorangetrieben: AEW Energie stösst zu ebl, ewb und ewz. Die Ankeraktionäre werden durch Geo-Energie Suisse komplettiert.

Die AEW investiert gemäss Mitteilung in die Tiefengeothermie «im Wissen darum, dass die grösste Energiequelle der Schweiz direkt unter unseren Füssen liegt.» Mit dem Investment werde der Rückhalt für das Schweizer Leuchtturmprojekt in der Gemeinde Haute-Sorne im Kanton Jura gestärkt.

Die AEW möchte die Technologie künftig in ihrem eigenen Versorgungsgebiet anwenden, um die Bevölkerung mit Strom und Wärme zu versorgen. Die Regierung des Kantons Aargau hat vor einigen Jahren entschieden, gute Rahmenbedingungen zur Nutzung der Tiefengeothermie zu schaffen. Der Zeitpunkt für den Einstieg ist für die AEW günstig, da die Bohrtechnik in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht hat, was die Wirtschaftlichkeit geothermischer Anlagen verbessert.

Das Projekt Haute-Sorne

In der Gemeinde Haute-Sorne plant die Geo-Energie Jura SA ein Geothermiekraftwerk, das durch zwei rund 5'000 Meter tiefe Bohrungen gespeist wird. Es handelt sich um ein Leuchtturmprojekt, das die technologische Machbarkeit der Tiefengeothermie-Nutzung im Schweizer Untergrund demonstrieren soll. Die Erkundungsbohrung und die 2025 abgeschlossenen Tests verliefen sehr erfolgreich. Das Kraftwerk soll 2029 mit einer elektrischen Leistung von bis zu 5 MW ans Netz gehen, was dem jährlichen Stromverbrauch von 6'000–10'000 Haushalten entspricht.

Die Regierung des Kantons Jura hat die Rahmenbewilligung bereits im Jahr 2015 erteilt und das Projekt seither intensiv begleitet. Im Laufe des Sommers erwartet Geo-Energie Jura SA die Freigabe für die Weiterführung dieses Pilotprojekts, das auch vom Bund finanziell unterstützt und in institutionellem Rahmen begleitet wird. Der Bund sieht in seinen Energieperspektiven 2050+ eine Stromerzeugung aus Geothermie von 2 TWh pro Jahr vor. Bezüglich Wärme schätzt die Branche das Potenzial auf rund 17 TWh pro Jahr. Dies würde bis 2050 etwa ein Viertel des gesamten Schweizer Wärmebedarfs decken.