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Blick auf Transformatorenstation
@Bna55 /Pixabay
Studien

Nüchterne Betrachtung der Stromversorgung

Eine neue Umfrage von gfs.bern im Auftrag des VSE zeigt eine leicht wachsende Sorge um die langfristige Stromversorgungssicherheit. Die Erkenntnisse.

Die Schweizer Bevölkerung zeigt sich zunehmend technologieoffen. Sie unterstützt das Stromabkommen mit der EU.

Die Besorgnis der Schweizer Bevölkerung nimmt zu: 58 % geben an, sich Sorgen um die langfristige Stromversorgungssicherheit der Schweiz zu machen (gegenüber 51 % im Jahr 2025). Gleichzeitig wächst der Druck auf die Energiepolitik: 67 % halten die Energiewende für zu langsam, während 64 % bezweifeln, dass erneuerbare Energien allein ausreichen, um den Strombedarf zu decken.

Verschobene Prioritäten

Im Trilemma zwischen Versorgungssicherheit, Preis und Klima sind die Prioritäten deutlich: Die Versorgungssicherheit bleibt das wichtigste Anliegen (45 %), gefolgt vom Preis (32 %) und einer klimaneutralen Energieproduktion (21 %), welche vor drei Jahren noch den zweiten Platz einnahm. Das zeigt: Die Prioritäten der Bevölkerung haben sich spürbar verschoben.

58 % geben an, Kompromisse beim Umweltschutz zu akzeptieren, um die einheimische Produktion zu stärken. Martin Schwab, Präsident des VSE, erklärt: «Handeln wir jetzt nicht entschlossener, verfehlen wir die Versorgungsziele klar. Die Bevölkerung hat das erkannt. Jetzt ist die Politik am Zug: rasch reagieren, konsequent handeln und die notwendigen Entscheidungen treffen.»

Zum ersten Mal gibt die Hälfte der Befragten an, ein neues Kernkraftwerk einer Vielzahl weiterer erneuerbarer Stromproduktionsanlagen vorzuziehen (+9 Prozentpunkte). 79 % befürworten zudem den Weiterbetrieb bestehender Kraftwerke, solange diese sicher sind, und 59 % halten den Bau von Kraftwerken der neuen Generation für sinnvoll.

Würde heute über den Gegenvorschlag abgestimmt, der eine Aufhebung des Neubauverbots für Kernkraftwerke vorsieht, würden gemäss Umfrageergebnis 50 % der Bevölkerung diesem zustimmen.

EU-Stromabkommen wird begrüsst

Die Unterstützung für das Stromabkommen mit der EU ist weiterhin hoch, über alle politischen Lager hinweg – trotz eines leichten Rückgangs gegenüber 2025.

Auch wenn 66 % dieses Abkommen weiterhin befürworten, sind die Meinungen hinsichtlich seiner konkreten Auswirkungen, insbesondere auf die Preise und die Souveränität, differenzierter. Das Abkommen mit der EU wird vor allem als ein zentrales Instrument für die Versorgungssicherheit unseres Landes gesehen: 71 % halten es für wichtig, um Stromimporte im Winter sicherzustellen.

Link zur Studie

Link zum Schlussbericht