Zum Hauptinhalt springen
KI-Illustration - neues Energiesystem
©KI
ei-Kolumne

Das grosse Bild

Zu oft wird über Ausschnitte des Ganzen und Zahlen diskutiert. Zu oft über Details und technische Ideologie. Fakt ist aber: Wir müssen CO₂-neutral werden. Und energiesouveräner.

In der IT-Branche wird seit Donald Trump heftig darüber diskutiert, wie abhängig man sein darf von Microsoft und Co. Die USA erhalten nämlich Zugriff auf Kundendaten, wenn sie das unbedingt wollen.

Wer erhält Zugriff auf unsere Energieproduktion?

Wen akzeptieren wir als Lieferanten und wie managen wir die Risiken?

Die Lösung kann nicht darin bestehen, eine bestimmte Produktionsart zu fordern, sondern das Energiesystem als wachsenden Organismus zu fördern.

Die Frage ist nicht, welche Produktion wie viel beisteuert, sondern welche sich einfach, flexibel und wirtschaftlich ins Energiesystem einbinden lässt, das künftig wie mehrere miteinander vernetzte Kreisläufe und weniger wie Willys Stromfabrik funktioniert. Einfach ganz anders.

Die Haltung in der Gesellschaft – ja, die Politik gehört dazu – sollte bejahend sein, jeden kleinen und grossen Beitrag begrüssend, der dem Gesamtsystem dient, ohne die Kosten und Risiken zu erhöhen, und immer im Bewusstsein, dass wir dies für kommende Generationen bauen, mit dem Anspruch und Gefühl von damals, als es darum ging, Gestank, Russ und Staub aus den Stuben und Städten zu vertreiben.

Gewöhnen wir uns also an diesen Wandel, denn die Wirtschaft befindet sich in einem ähnlichen Zustand der Veränderung. Die Abhängigkeiten werden sich reduzieren, lokale Liefernetzwerke gewinnen an Bedeutung. Automatisierung und KI werden unser Berufsleben neu definieren.

Das grosse Bild im Auge zu behalten, ist die Aufgabe unserer Politik, nicht der Kampf für veraltete Technologien. Oder möchten Sie wieder Kohle schippen?

Niemand will derzeit AKW bauen, die Politik treibt sie dennoch voran, anstatt sich auf das Wesentliche zu fokussieren: das Erreichen der Ziele bis 2050. Das sagt schon viel über den Zustand der Parlamente aus, die oft nur noch Showpolitik betreiben.

Sollte nach 2050 eine bessere Stromproduktionstechnologie als der altehrwürdige Atomkocher die Serienreife erlangen und das Abfallproblem gelöst sein, dann könnte das Bauverbot mit Leichtigkeit aufgehoben werden.

Bis dahin sind Solar, Wind, Wasser und Flexibilitäten das Dream-Team der Energiesouveränität.