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KI Symbolbild - Politikerin in viel zu grossen Schuhen vor AKW
@KI
ei-Kolumne

Falsche Schuhgrösse

Der Ständerat will ebenfalls auf neue AKW setzen. Es ist sein gutes Recht, Volksabstimmungen zu ignorieren. Wir leben in anderen Zeiten.

Ein Blick nach Deutschland mag uns etwas trösten, wo viele Politikerinnen und Politiker wie Marco in viel zu grossen Schuhen herumlaufen.

Atomkraft ist eine Option, aber nur je nach dem technischen Stand der Zukunft. Insofern ist ein Baubewilligungsstopp, wie er im Kernenergiegesetz provisorisch wie ein Flicken festgehalten wurde, wenig sinnvoll.

Trotzdem ist der Volksentscheid von 2017 umzusetzen: Die aktuelle AKW-Generation will niemand in seinem Vorgarten - und der ist in der kleinen Schweiz ziemlich gross.

Es braucht aber eine endgültige Klärung unseres Verhältnisses zu Kühltürmen, Reaktoren, Uran aus Russland und anderen dubiosen Staaten und zu Abfällen unter unseren Füssen, um den sich unsere Urururururenkel werden kümmern müssen.

Die Politik täte nun gut daran, die Forschung zu fördern, nicht aber den Bau von Atomkraftwerken. Das wäre vernünftig, kommt aber bei den Wählerinnen und Wählern wohl nicht an, deren man lieber Angst vor einer Versorgungslücke macht. Die tut sich ganz sicher auf, wenn wir auf bezahlbare und abfallfreie AKW warten.

Ja: Atomkraft ist eine Option, in der Zukunft vielleicht, ein vielseitiges, dezentrales und möglichst von fossilen und strahlenden Importen unabhängiges Energiesystem ist es aber heute nicht.