Swissgrid-Preise sinken im nächsten Jahr
Die Stromkonsumentinnen und -konsumenten werden im Jahr 2027 weniger für die Leistungen von Swissgrid bezahlen müssen. Das hat das Unternehmen mitgeteilt, das für das Übertragungsnetz verantwortlich ist.
Die Stromkonsumentinnen und -konsumenten werden im Jahr 2027 weniger für die Leistungen von Swissgrid bezahlen müssen. Das hat das Unternehmen mitgeteilt, das für das Übertragungsnetz verantwortlich ist.
Ein durchschnittlicher Vierpersonenhaushalt (Verbrauch von 4500 Kilowattstunden pro Jahr) muss mit rund CHF 54 Swissgrid-Kosten rechnen (2026: 64 Franken), was rund 4,5% der gesamten erwarteten Stromkosten des Haushalts entspricht.
Unternehmen, die jährlich 90’000 kWh verbrauchen, profitieren dadurch von einer Kostenreduktion von 15,6% und zahlen nur noch CHF 1086 Franken (2026: CHF 1286).
Swissgrid nutzt weiterhin 35 Prozent der Erlöse aus der Versteigerung von Grenzkapazitäten, um die Tarife zu senken. Das hat die Eidgenössische Elektrizitätskommission ElCom entschieden.
Dank Massnahmen im Engpassmanagement und bei den Systemdienstleistungen sinken die Kosten und damit die Tarife.
Beim Tarif Netznutzung senkte Swissgrid die Kosten beispielsweise dank dem Einsatz von Dynamic Line Rating. Dabei handelt es sich um ein Überwachungssystem, das die Belastbarkeit von Stromleitungen ermittelt. Diese ist von den Wetterbedingungen abhängig. Die Echtzeitdaten erlauben die dynamische Anpassung der Leitungskapazität.
Im Bereich Systemdienstleistungen (SDL) zeigen die Massnahmen der letzten Jahre zur Effizienzsteigerung ebenfalls Wirkung: So wurde etwa die Teilnahme für neue Akteure wie Batteriespeicher oder gebündelte kleinere Anlagen am SDL-Markt erleichtert. Dies vergrössert das Angebot für die Vorhaltung von Regelleistung und dämpft die Kosten.
Im Bereich Netznutzung sinkt der Arbeitstarif von 0.10 Rappen auf 0.09 Rappen pro Kilowattstunde. Für allgemeine Systemdienstleistungen berechnet Swissgrid nächstes Jahr 0.19 Rappen pro Kilowattstunde (2026: 0.27 Rappen) und für die Wirkverluste 0.08 Rappen pro Kilowattstunde (2026: 0.20 Rappen). Im Bereich der Spannungshaltung (Blindenergie) berechnet Swissgrid neu 1.62 Rappen pro Kilovarstunde (2026: 1.81 Rappen).
Ebenfalls rückläufig ist der Tarif für die Stromreserve. Die erwarteten Kosten für die neuen Reservekraftwerke werden aber zukünftig zu einem Anstieg dieses Tarifs führen. Die Stromreserve (Reservekraftwerke, Notstromgruppen, Wasserkraftreserve) liegt in der Verantwortung des Bundes. Die Kosten werden aber über Swissgrid an die Stromkonsumentinnen und -konsumenten verrechnet. Der Tarif für die Stromreserve liegt 2027 bei 0.17 Rappen pro Kilowattstunde (2026: 0.41 Rappen). Ein durchschnittlicher Vierpersonenhaushalt bezahlt damit für die Stromreserve rund 8 Franken pro Jahr (2026: 18 Franken).
Der einzige Tarif, der im Jahr 2027 steigen wird, ist der Zuschlag für solidarisierte Kosten über das Übertragungsnetz. Damit werden weitere, nicht von Swissgrid verursachte, Kosten verrechnet. Konkret geht es hier um die Kosten für Netzverstärkungen in den Verteilnetzen sowie die Entlastung der Schweizer Stahl- und Aluminiumindustrie beim Netznutzungsentgelt. Der Tarif für die solidarisierten Kosten beträgt nächstes Jahr 0.19 Rappen pro Kilowattstunde (2026: 0.05 Rappen). Für einen durchschnittlichen Vierpersonenhaushalt bedeutet das Kosten von rund 8 Franken pro Jahr (2026: 2 Franken).