Zum Hauptinhalt springen
«Die Schweiz ist abhängig von Kupferkabeln»
Kreisläufe

«Die Schweiz ist abhängig von Kupferkabeln»

Ein funktionierendes Kupfer-Recycling stärkt die Versorgungssicherheit. Tom Frey, Mitglied der Geschäftsleitung der Kablan AG, über die ersten Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt mit dem ESB.

Wie abhängig sind wir von Kupferkabeln?

Sehr. Momentan gibt es nebst Aluminium keine nützliche Alternative, um elektrischen Strom zu übertragen. Unsere Versorgungssicherheit hängt stark von Kupferkabeln ab. Wir sollten deshalb haushälterisch mit dem wertvollen Rohstoff Kupfer umgehen und alle alten Kabel aus dem Boden holen, die nicht mehr in Betrieb sind. Das geschieht leider noch viel zu wenig. Der Kupferpreis wird wohl noch steigen, umso wichtiger wird Recyclingkupfer werden.

Sie möchten dieses mit Greenlabel. ch fördern. Ihre Erkenntnisse aus dem Pilotversuch mit dem ESB?

Es funktioniert! Der Datenaustausch zwischen allen Beteiligten ist automatisiert und reibungslos, die CO2-Reduktion wird revisionssicher dokumentiert. Die Plattform greenlabel.ch ist bereit für weitere Kunden aus allen Sektoren und Branchen, die Stromkabel mit Kupferleiter verwenden.

Funktioniert der Kreislauf auch mit sehr alten Kabeln?

Das Schöne an Kupfer ist, dass das Metall fast unendlich ohne grössere Verluste recycelt werden kann und somit kein End of Life hat. Wenn das Kabel sein Lebensende erreicht, lässt sich das Kupfer einfach aus dem Kunststoff lösen und durch Recycling über die Kupferschmelze

Wie lange sind wir noch auf Kupferkabel angewiesen?

In Hochspannungsnetzen zur Stromübertragung über weite Distanzen wird aktuell an verschiedenen Technologien geforscht. Eine davon sind Supraleiter, eine andere Gleichstromleitungen. Eine der neuesten Forschungen ist Hivoduct, bei der anstelle von herkömmlichen Isolierstoffen Druckluft genutzt wird, um Übertragungsverluste zu reduzieren. Welche davon sich durchsetzen wird oder ob eine ganz andere Technologie – das müsste ich meine Glaskugel fragen, aber die ist leider gerade in der Reparatur.

 

greenlabel.ch

Greenlabel ist 2025 mit einem ersten Pilotversuch und mehreren Unternehmen gestartet. Das für die Herkunftsnachweise genutzte System basiert auf der neuen ISONorm 13659. Greenlabel hat einen der ersten Materialkreisläufe, der sich an dieser neuen Norm orientiert. Das System wird von EVU Partners unabhängig überprüft. Es lässt sich auch auf andere Bereiche ausdehnen, in denen Kupferkabel zum Einsatz kommen, beispielsweise in der Telekommunikation oder der Elektroinstallationsbranche.

Mehr Informationen