Weniger CO₂ – aber Verkehr bleibt Sorgenkind
Die Schweiz hat im vergangenen Jahr weniger CO₂ ausgestossen. Ausser im Verkehr.
Die Schweiz hat im vergangenen Jahr weniger CO₂ ausgestossen. Ausser im Verkehr.
40,1 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente hat die Schweiz 2024 ausgestossen – rund eine halbe Million Tonnen weniger als 2023.
Die Schweiz hat ihren Treibhausgas-Ausstoss im Jahr 2024 um 27,3 Prozent gegenüber 1990 vermindert. Der Ausstoss belief sich auf 40,1 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente, rund eine halbe Million Tonnen weniger als 2023. Dies geht aus dem jährlichen Treibhausgasinventar des Bundesamts für Umwelt (BAFU) hervor. Zusammen mit der Treibhausgasbilanz der Landnutzung lagen die Emissionen 22,3 Prozent unter denen von 1990. Zum ersten Mal werden im Treibhausgasinventar auch die Negativemissionen aus dem Industriesektor aufgenommen.
Der Treibhausgas-Ausstoss der Schweizer Gebäude lag 2024 bei rund 8,8 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente (CO₂-eq). Das sind 47 Prozent weniger als 1990 und 0,2 Millionen Tonnen weniger als 2023. Treiber ist der starke Zuwachs bei Wärmepumpen. Gebäude verursachen 22 Prozent des gesamten Treibhausgas-Ausstosses.
Der Industriesektor stiess 2024 8,9 Millionen Tonnen CO₂-eq aus, 33 Prozent weniger als 1990. Gegenüber 2023 sank der Ausstoss um 0,2 Millionen Tonnen, unter anderem wegen weniger Zementproduktion. Neu erfasst das Inventar Negativemissionen aus der Industrie: 2024 wurden 705 Tonnen CO₂ an Biogasanlagen abgeschieden und in Recyclingbeton gespeichert. Der Industriesektor verursacht 22,3 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen.
2024 stiess der Verkehrssektor rund 13,4 Millionen Tonnen CO₂-eq aus, leicht weniger als 2023. Damit lag der Verkehr fast 10 Prozent unter 1990. Hauptgrund: mehr Biotreibstoffe. Anteil am Gesamtausstoss: 33,5 Prozent.
Der Ausstoss der Landwirtschaft ist gegenüber dem Vorjahr in etwa konstant geblieben und betrug 2024 6,6 Millionen Tonnen CO₂-eq. Auch der Ausstoss synthetischer Treibhausgase, wie zum Beispiel Kältemittel, sowie die Emissionen aus der Abfallbewirtschaftung blieben gegenüber 2023 beinahe unverändert. Gesamthaft lagen die übrigen Emissionen 2024 mit 8,9 Millionen Tonnen 13 Prozent unter dem Wert von 1990.
Unter dem Pariser Übereinkommen müssen alle Länder ausweisen, wie viel Treibhausgase durch die Nutzung ihrer Landesfläche (zum Beispiel durch die Bewirtschaftung von Wäldern oder Ackerland) gespeichert oder ausgestossen werden. Diese Bilanz ist Teil des Verminderungsziels der Schweiz. Zusammen mit der Treibhausgasbilanz der Landnutzung lagen die Emissionen im Jahr 2024 22,3 Prozent tiefer als 1990. Im Vergleich zu 1990 hat sich die Landnutzung unter anderem aufgrund des Klimawandels in den vergangenen Jahren zunehmend in Richtung einer Quelle von Treibhausgasen entwickelt.