Zum Hauptinhalt springen
Empa Forscher bei der Arbeit
©empa
Material

Jedes Jahr 200 Tonnen Plastik in Böden und Gewässern

Die Empa sowie Eawag und Agroscope haben untersucht, wie hoch die Belastung von Böden und Gewässern mit Mikroplastik wirklich ist.

Wie viel Mikroplastik über die Atmosphäre hierzulande in die Umwelt gelangt, haben Empa-Forschende gemeinsam mit Forschenden der Eawag und von Agroscope erstmals systematisch untersucht.

Mikroplastik aus der Atmosphäre

Gelangen solche Kunststoffmaterialien in die Umwelt, bleiben sie dort oft lange erhalten. UV-Strahlung, Niederschläge und Ozon machen sie spröde – und mit der Zeit zerfallen sie durch mechanische Kräfte in immer kleinere Teilchen. Vom Wind aufgewirbelt werden sie über die Atmosphäre weitertransportiert. Wie viel Mikroplastik auf diesem Weg in der Schweiz wieder auf Böden und Gewässer gelangt, war bisher unklar.

Forschende der Empa haben dies zusammen mit Kolleginnen und Kollegen der Eawag und von Agroscope nun erstmals systematisch erfasst. Hochgerechnet auf Gebiete unterhalb von 2000 Metern Höhe lagern sich in der Schweiz laut der vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) unterstützten Studie jedes Jahr rund 219 Tonnen Mikroplastik ab. Besonders relevant sind dabei «sensible» Flächen: Die Forschenden schätzen, dass jährlich etwa 78 Tonnen auf landwirtschaftliche Flächen und rund 10 Tonnen direkt auf Gewässer niedergehen.

Vorsorge trotz offener Fragen

Über die Folgen von Mikroplastik für Umwelt und Gesundheit ist vieles noch offen. Klar ist aber, dass Kunststoffe weit verbreitet sind und sich feinste Plastikpartikel in der Luft, auf dem Land oder im Wasser nicht einfach auflösen. «Kunststoff ist für viele Anwendungen ein sehr gutes Material», sagt Empa-Forscher Christoph Hüglin. «Aber gemäss dem Vorsorgeprinzip sollten wir Littering vermeiden, Kunststoffe gezielt nur dort, wo nötig einsetzen und Stoffkreisläufe möglichst schliessen.»