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Nicholas Hänny Gründer von Nikin
@nikin
Gesellschaft

Wie Mode nachhaltig sein kann.

Aus der Idee, Bäume zu pflanzen, ist eine nachhaltige Modemarke geworden. Durch den Kauf von Nikin-Produkten wurden bereits über 2 Millionen Bäume gepflanzt. Im Interview spricht Nicholas Hänny über das Konzept und seine Ziele.

Nikin steht für erschwingliche und nachhaltige Mode und Artikel und produziert heute fast ausschliesslich in Europa mit umweltfreundlichen Materialien.

energie inside: In sechs Jahren wurden im Namen von Nikin 2 Millionen Bäume gepflanzt. Habt ihr dieses Konzept von Tag eins verfolgt?

Nicholas Hänny: Als wir 2016 unser Projekt starteten, ging es zunächst nur darum, Bäume zu pflanzen. Dass wir keine 0815-Marke sein wollen, war uns von Anfang an klar. Deshalb kam schnell die Idee auf, gleichzeitig nachhaltige Mode zu fairen Preisen zu produzieren. Das haben wir als Marktlücke erkannt, vor allem für das junge Zielpublikum. Was viele auch nicht wissen: Wir sind ein veganes Label und wurden von der Vier Pfoten Stiftung für Tierschutz als tierfreundlichster Brand der Welt ausgezeichnet.

Wie darf ich mir den Ablauf der Pflanzung der Bäume vorstellen?

Wir arbeiten mit One Tree Planted zusammen, einer Organisation, die ihr Konzept zur gleichen Zeit gestartet hat wie wir. Gemeinsam sind wir im Laufe der Jahre gewachsen. Sie pflanzen die Bäume für uns und machen uns oft direkte Vorschläge, wo und welche Bäume gepflanzt werden können. Für jeden Baum erhalten wir einen detaillierten Bericht. Natürlich haben wir auch einige Standorte besucht.

Zur Nachhaltigkeit gehört auch, in Europa zu produzieren. Nur bei den Trinkflaschen funktioniert das nicht. Wieso?

Es ist fast unmöglich, in Europa eine Produktionsfirma zu finden, die uns eine hochwertige, doppelt beschichtete Edelstahlflasche zu fairen Bedingungen herstellt. Nikin setzt bei der Produktion Wert auf faire Preise sowie auf die Reduzierung von Plastik und CO₂-Emissionen. Sowohl bei der Auswahl der Produktionsorte als auch bei den Produzenten selbst gehen wir sehr sorgfältig vor.

Die grossen Brands machen es mit Masse und einem billigen Preis. Ist Ihr Kampf gegen H&M, Zalando und Shein nicht aussichtslos?

Als aussichtslos sehe ich das nicht. Wichtiger sind kleine Brands, die grössere dazu inspirieren, neue Wege einzuschlagen. In den vergangenen Jahren konnten wir Kooperationen mit anderen Marken starten, um gemeinsam nachhaltige Kollektionen zu entwickeln. In diesem Zusammenhang nimmt auch die Europäische Kommission, die mit ihrem Green Deals einiges tut, immer wieder Initiativen vor, um nachhaltige Mode in den Fokus zu rücken.

Nicholas Hännys Shopping-Tipps

Mehr Bewusstsein für Secondhand-Mode schaffen

Auf Greenwashing achten und Nachhaltigkeit von Marken auf Plattformen wie Good On You überprüfen

Gutscheine für nachhaltige Mode verschenken, um nachhaltige Lebensweisen zu fördern

Welches aktuelle Projekt haben Sie in der Pipeline, das Nikin vorantreiben wird und weshalb?

In den nächsten Monaten kommen spannende Produkte auf den Markt. Es ist uns gelungen, eine nachhaltige Regenjacke zu entwickeln, die in Europa hergestellt wird. Ausserdem haben wir in Zusammenarbeit mit Ocean Safe ein T-Shirt produziert. Das wird ein sehr spannendes Projekt.

Sie sind auf Social Media sehr aktiv – was bringt Ihnen dies?

Wir haben zur richtigen Zeit mit Social Media begonnen, was es uns ermöglicht hat, organisch und kostengünstig stark zu wachsen. Damals gab es weniger Konkurrenz. Heutzutage ist es etwas schwieriger geworden, und die Werbekosten sind um ein Vielfaches gestiegen. Auf LinkedIn sehen wir heute das grösste Potenzial, um unsere Zielgruppe nicht nur im B2B-, sondern auch im B2C-Bereich zu erreichen.

Wie gross ist Ihr Kleiderschrank und was ist drin?

Mein Kleiderschrank besteht zu 70-90% aus Nikin-Kleidung. Ich kombiniere meine Looks gerne mit Marken wie Reserva, Uniqlo und Patagonia. Heute trage ich zum Beispiel einen kompletten Nikin-Look. Auch meine Familie trägt zu 40% Nikin-Kleidung, was auf unsere Produktion von Basic Fashion zurückzuführen ist.

Über Nikin

Zwei Kindergartenfreunde, die 2016 bei einem Bier Nikin gründeten. Seither verfolgen Nicholas Hänny und Robin Gnehm ihren gemeinsamen Traum. Das Modeunternehmen setzt auf nachhaltige Stoffe und pflanzt für jedes gekaufte Produkt weltweit einen Baum. Im Onlineshop findet man einen Tree Tracker, wo man seinen Baum finden kann, sowie hilfreiche Tipps für ein nachhaltiges Leben.

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